mojoreads wird durch die log.os GmbH & Co. KG betrieben. Unsere Gesellschaftervereinbarung, die für all unsere Gesellschafter bindend und verpflichtend ist, gibt Auskunft über unsere Werte und Ziele. Deren Einhaltung wird durch unsen gemeinnützigen Träger – den log.os Förderverein e.V. – überwacht.

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Präambel

Lesen und Schreiben sind zentrale Kulturtechniken des Menschen. Schriftsprache, d.h. Literatur, versetzt uns in die Lage, uns ein Bild von der Welt zu machen, uns eine Meinung zu bilden und uns über die Grenzen von Zeit und Raum hinweg miteinander zu verständigen, Erfahrungen auszutauschen und unser Wissen weiterzugeben.

Lesen und Schreiben waren einst der Kirche und dem Adel vorbehalten. Dann kamen Gutenberg, die Reformation und die Aufklärung. Später ermöglichte die industrielle Revolution durch die maschinelle Vervielfältigung von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften immer mehr Menschen den Zugang zu Bildung und damit die Teilhabe am öffentlichen Leben – was schließlich zu massiven Umbrüchen in der Gesellschaft geführt und moderne, demokratisch geprägte Gesellschaftsformen ermöglicht hat.

I. Literatur als Plattform

Im klassischen Zeitalter trafen sich die viel gerühmten Dichter und Denker auf dem öffentlichen Marktplatz, d.h. der griechischen Agora oder dem römischen Forum, um miteinander zu diskutieren und öffentliche Debatten zu führen.

Literatur ist die Fortführung der Agora mit anderen Mitteln und ihr kommt in ihrer Eigenschaft als Trägerin des öffentlichen Diskurses eine wichtige gesellschaftliche Rolle zu. Selbst im Netz verständigen wir uns in erste Linie über das Lesen und Schreiben von Texten. 

DIE AGORA ALS VIRTUELLER RAUM

Um Öffentlichkeit herzustellen bedienen wir uns heute an Stelle von Printmedien in erster Linie digitaler Plattformen. Allerdings werden die gesellschaftlich relevanten Plattformen mit Ausnahme der Wikipedia von Konzernen wie Facebook, Google (bzw. – nomen est omen – Alphabet) und nicht zuletzt durch Amazon betrieben.

Die öffentlichen Räume verwandeln sich (nicht nur im Netz) mehr und mehr in private Räume, in denen allein das Hausrecht der Betreiber gilt. Der Marktplatz weicht der Shopping Mall. Die Agora ist kein öffentlicher Raum mehr, der der Suche nach Erkenntnis und Verständnis (oder auch nur der Zerstreuung) dient, sondern ein kommerzieller Raum, der rein nach finanziellen Kennzahlen gesteuert wird. 

EINE FRAGE DER AUSRICHTUNG 

Die Digitalisierung wird die Schriftkultur und mit ihr die Gesellschaft voraussichtlich noch stärker verändern als die Entwicklung des Buchdrucks durch Gutenberg. Die Frage ist, wer die gesellschaftlich relevanten Plattformen betreibt – und welchem übergeordneten Ziel diese Plattformen dienen. 

Die Gretchenfrage lautet: Kopf oder Zahl? Wollen wir der Zahl, und damit einem finanziellen Gewinn dienen? Oder wollen wir dem Kopf, und damit einem Gewinn an Verständnis und Erkenntnis dienen? Aus der Antwort auf diese Frage leitet sich alles Weitere ab. 

Wir haben uns für den Kopf entschieden. 

II. Worum es geht

Es geht letztendlich darum, wie wir als Gesellschaft kommunizieren und funktionieren.  Es geht um Informationsmonopole, Aufmerksamkeitssteuerung und um Deutungshoheit.  Es geht um systemrelevante Infrastrukturen im Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge. 

Es geht um die Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Grundwerte, die ihrerseits einer aufgeklärten, kritischen Öffentlichkeit bedürfen – und das heißt nicht zuletzt einer unabhängigen Meinungsbildung, die sich nicht dem Diktat einer reinen Quantifizierung und Ökonomisierung unterwirft.

UNSER ZIEL

Unser Ziel ist nicht der perfekte Konsument, sondern der mündige, aufgeklärte Bürger als Teil einer freiheitlich-demokratischen Wissens- und Informationsgesellschaft.

Dazu bedarf es einer zentralen Anlaufstelle im Netz, die zwar die Interessen und Bedürfnisse rund um Literatur bündelt, die selbst aber nicht zum Monopol wird: einer Agora für das digitale Zeitalter, die gleichzeitig eine digitale Universalbibliothek ist, welche das kollektive Wissen der Menschheit sammelt, erschließt sowie den Zugang dazu – und damit auch unser digitales Kulturerbe – nachhaltig sichert.

Wir wollen keine Monokultur und auch keine Werbebewirtschaftung, sondern ein vitales, sich selbst erhaltendes Ökosystem, das eine(n) jede(n) an der gemeinsamen Wertschöpfung teilhaben lässt – intellektuell wie ökonomisch. 

Ein Ökosystem, in dem Wirtschaftlichkeit immer nur Mittel zum Zweck ist,  aber nie Selbstzweck.

NACHHALTIGKEITS-GARANTIE

Damit die Interessen der Gesellschaft (society) stets Vorrang vor den Interessen unserer Gesellschafter (company) haben, werden wir von einem gemeinnützigen Verein getragen, der sicherstellt, dass unsere Plattform weder verkauft noch durch die wirtschaftlichen Eigeninteressen ihrer Gesellschafter unterlaufen werden kann. 

Als ideeller Aufsichtsrat wacht der Verein darüber, dass wir unseren in dieser Gesell-schaftervereinbarung formulierten Werten und Zielen sowie unserer grundsätzlichen Ausrichtung treu bleiben. Entsprechend können sowohl diese Vereinbarung als auch unser Gesellschaftervertrag im Hinblick auf unsere Ausrichtung, Werte und Ziele lediglich mit Zustimmung des Vereins geändert werden – und zwar unabhängig  davon, wie die Mehrheitsverhältnisse innerhalb des Gesellschafterkreises sind. 

III. UNTERNEHMENSZWECK 

Der Zweck unseres Unternehmens ist, das volle Potenzial der Digitalisierung für das Lesen und Schreiben zu nutzen und in den Dienst einer freiheitlich-demokratischen Wissens- und Informationsgesellschaft zu stellen. 

IV. UNSERE GRUNDWERTE 

(1.) Im Zentrum all unseres Denkens und Handelns steht der Mensch, den wir sowohl emotional als auch intellektuell inspirieren und dabei unterstützen, sein volles Potenzial zu entfalten.

(2.) Wir sind den Werten einer freiheitlich-demokratischen Wissens- und Informationsgesellschaft verpflichtet und setzen keine Geschäftspraktiken ein, die diese unterlaufen. 

(3.) Wir schützen den Einzelnen vor Manipulation durch Dritte. Entsprechend verzichten wir nicht nur auf werbebasierte Geschäftsmodelle, sondern auch auf Algorithmen, welche die Aufmerksamkeit unserer Nutzer manipulieren. Reichweite kann nicht erkauft, sondern nur organisch aufgebaut werden. Überzeugen soll das bessere Argument, nicht das größere Budget. 

(4.) Die Interessen der Gesellschaft (society) haben stets Vorrang vor den Eigeninteressen unserer Gesellschafter (company). 

(5.) Der Wissens- und Datenschatz, der sich durch die kollektive Nutzung von Inhalten auf unserer Plattform ansammelt (»big data«), gehört keiner Firma (company), sondern der Gesellschaft (society), wobei die individuellen Interessen unserer Nutzer (persönliche Daten) ebenso wie die Interessen der Urheber (Inhalte) stets oberste Priorität genießen. 

V. Operative Umsetzung

Wir können unsere Ziele nur dann erreichen, wenn wir gesellschaftliche Relevanz besitzen – das heißt: wenn sich die Mehrheit der Bevölkerung in der Nutzung ihrer Inhalte auf unserer Infrastruktur bewegt.

Folglich müssen wir eine Organisationsstruktur aufbauen, die es uns erlaubt, mit einem konkurrenzfähigen Produkt erfolgreich am Markt zu agieren und zugleich dauerhaft dem Gemeinwohl verpflichtet zu sein. Außerdem müssen wir effektiv verhindern, dass unsere Plattform verkauft, unterwandert oder anderweitig übernommen werden kann.

Um die Balance zwischen Marktorientierung und gesellschaftlicher Verantwortung zu sichern, betten wir innovationsgeleitetes, unternehmerisches Handeln in eine gemeinnützige Organisationstruktur ein: 

VI. Organisationsstruktur

Die endkundenseitige Plattform wird unter dem Produktnamen mojoreads von der log.os GmbH & Co. KG betrieben, wobei die Anteile an der Komplementärin, der log.os Management GmbH, zu 100% vom log.os Förderverein e.V. gehalten werden, um so die Unabhängigkeit sowie die ideelle Ausrichtung des Gesamt-konstrukts sicherzustellen.

Kurz gesagt: Träger ist der Verein, Betreiberin die KG, verknüpft über eine GmbH

Unser Ziel ist, die Trägerschaft der log.os GmbH & Co. KG perspektivisch auf eine noch zu errichtende Stiftung zu übertragen, da nur so eine dauerhafte Unabhängigkeit sowie eine nachhaltige Verpflichtung gegenüber unseren Grundwerten sichergestellt werden kann. 

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir in der Lage sind, diese Stiftung zu errichten, übernimmt der log.os Förderverein e.V. treuhänderisch deren Aufgabe als Träger und Aufsichtsorgan. Der Verein stellt in dieser Funktion auch den Datenschutzbeauftragen. Seine Aufgabe ist, lückenlose Transparenz herzustellen und neben der Einhaltung unserer gesetzlichen Pflichten insbesondere die Einhaltung unserer in dieser Gesellschaftervereinbarung auferlegten Selbstverpflichtungen zu überwachen.

Die Stiftung wird mit ihrer Errichtung neben den Anteilen der log.os Management GmbH (und damit der Trägerschaft) auch die Geschäftsanteile des log.os Fördervereins e.V. an der log.os GmbH & Co. KG übernehmen, um so ihre eigene Finanzierung sicherzustellen.

Sämtliche Rechte (gewerbliche Schutzrechte, IP-Rechte, Lizenzen, etc.) und Assets wie z.B. die Domains werden in der Stiftung gebündelt, sei es direkt oder mittelbar über die log.os Management GmbH. Die log.os GmbH & Co. KG übernimmt die wirtschaftliche Auswertung dieser Rechte.

VII. Ausgestaltung der KG 

Für die Ausgestaltung der KG wählen wir die Form der Publikumsgesellschaft, kurz Publikums-KG, da diese von vornherein auf die Aufnahme weiterer Gesellschafter und damit die Akkumulation weiteren Kapitals angelegt ist.

Dies ist von entscheidender Bedeutung, da wir insbesondere im Erfolgsfall einen stetig wachsenden Finanzierungsbedarf haben werden. Wir befinden uns in einem globalen Wettbewerb mit Unternehmen wie Amazon, Apple oder Google, die nicht nur in Sachen Marktkapitalisierung ungleich andere Möglichkeiten haben.

Es handelt sich bei der log.os Publikums-KG also nicht um eine Kapitalanlage, sondern um ein Finanzierungsinstrument für ein äußerst gewagtes Unternehmen. Sämtlichen Gesellschaftern der log.os GmbH & Co. KG muss bewusst sein, dass ihr eingesetztes Kapital wenig bis keine Rendite abwerfen wird und das Risiko, das eingesetzte Kapital zu verlieren, extrem hoch ist. 

VIII. Klassifizierung als Sozialunternehmen

Die log.os GmbH & Co. KG ist ein so genanntes Sozialunternehmen oder auch »mission driven business«. Das bedeutet, dass der Zweck unseres Unternehmens nicht auf einen spekulativen Gewinn ausgerichtet ist, sondern auf die Lösung eines gesellschaftlichen Problems. 

Ganz konkret geht es uns um die Zukunft des Lesens und Schreibens im Sinne der Förderung einer freiheitlich-demokratischen Bildungs- und Informationsgesellschaft im digitalen Zeitalter.

Etwaige Gewinne werden größtenteils bis ganz im Unternehmen verbleiben und eine etwaige Dividende fallbegrenzt, damit wir das Kapital in die Ausweitung unseres Angebots und damit in das Wachstum des Unternehmens reinvestieren können.

Sollte es im Zuge des Wachstums des Unternehmens erforderlich sein, die Rechtsform unseres Unternehmens zu wechseln, so ist dies zwar prinzipiell möglich, allerdings nur unter der Prämisse, dass unsere Werte und Ziele dadurch nicht kompromittiert werden und die grundsätzliche Ausrichtung als ein »mission driven business« erhalten bleibt – wir also weiterhin dem Kopf (und nicht der Zahl) verpflichtet bleiben und in letzter Instanz durch eine Stiftung kontrolliert werden (die beispielsweise die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien an einer AG hält).

IX. Gesellschafterprofil

Als Gesellschafter der log.os GmbH & Co. KG haben Sie folgendes Profil:

• Ihr primäres Interesse gilt nicht einem spekulativen Gewinn, sondern einer gesellschaftlich-kulturellen Wirkung.

• Sie wollen etwas in der Welt verändern, Ihr Geld aber nicht einfach nur spenden, sondern in gesellschaftlich sinnvolle und nachhaltige Projekte investieren.

• Sie beabsichtigen, gezielt in die Zukunft des Lesens und Schreibens sowie eine freiheitlich-demokratische Wissens- und Informationsgesellschaft zu investieren.

• Sie stimmen den Zielen unseres Unternehmens vorbehaltlos zu und fühlen sich ihnen nachhaltig verpflichtet. 

X. Unternehmerisches Konzept 

Geschäftsmodell: Unser Geschäftsmodell basiert auf Services rund um das Erstellen, Kommunizieren, Vermarkten und Konsumieren von Inhalten – kurz: wir stellen Öffentlichkeit her.

Erlösmodell: Unser Erlösmodell basiert auf der wirtschaftlichen Auswertung von Inhalten sowie einer Umsatzbeteiligung an jeder finanziellen Transaktion, die über unsere Plattform abgewickelt wird.

Produkt: Unser Produkt ist eine so genannte »Multisided Platform«, die als zentrale Instanz zwischen dem Angebot und der Nachfrage von Inhalten vermittelt. 

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